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Stimmen zur Olympiaverschiebung

Nun ist es amtlich: Angesichts der Corona-Pandemie haben die japanische Regierung und das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschlossen, die Olympischen Spiele in Tokio zu verschieben. Die Spiele sollen nun spätestens im Sommer 2021 stattfinden. Doch was heißt das für die Sportlerinnen und Sportler, die sich bereits intensiv auf Olympia vorbereitet haben? Wir haben drei Stimmen aus dem Team-Kunststoff-Lager eingefangen.

Drei Ausnahmesportler, drei Mal große sportliche Erfolge bei Olympischen Spielen: Ronald Rauhe, Sebastian Brendel und Max Hoff (im Bild v. l. n. r.), Rennsportkanuten des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) und als Nationalmannschaftsmitglieder aktuell auch Teil von Team Kunststoff, vereinen zusammen neun olympische Medaillen, davon fünf Goldmedaillen.

Rauhe Brendel Hoff

In ihren Statements, die der DKV nach der Verschiebung der Olympischen Spiele auf seiner Webseite veröffentlichte, bringen die drei Ausnahmeathlethen ihre Gefühle zum Ausdruck und zeigen, in welch schwierigen Situationen sich die Sportler befanden und weiterhin befinden.

Ronald Rauhe: „Es sollten meine sechsten Spiele werden, es sollten meine letzten Spiele werden. Alles war darauf ausgerichtet. Dennoch bin ich froh, dass das IOC diese Entscheidung so frühzeitig getroffen hat. Die letzten Tage und Wochen waren nicht leicht und ich bin froh, dass der Druck von unseren Schultern genommen wurde. Was das für mich und meinen Weg bedeutet kann ich aktuell nicht sagen. Es ist aber gerade auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir diese schwere Zeit gemeinsam durchstehen und mit Rücksicht und Zuversicht nach vorne schauen.

Sebastian Brendel: „Jetzt kommt die Verschiebung der Olympischen Spiel für das Jahr 2021. Ein genaues Datum gibt es noch nicht. Es wird etwas dauern, sich auf die neue Situation einzustellen, aber ich werde auch Tokyo 2020  voller Motivation angehen. Wir alle sind gespannt was das Jahr 2020 noch bringt.

Max Hoff (nimmt zunächst Bezug auf die Siegerehrung in Rio): „Dies ist einer der Momente, die mich in der Vergangenheit jeden Tag motiviert haben – #rio2016 Olympiasieger zu werden war und ist unglaublich. 
Jetzt wird Tokyo 2020 auf 2021 verschoben, eine absolut richtige und mutige Entscheidung. Im Moment gibt es andere Dinge, auf die sich die Welt konzentrieren muss. Trotzdem ist es für mich persönlich eine schwierige Situation, dies zu akzeptieren. Ich war sehr konzentriert und motiviert auf diesen Sommer und hatte Pläne für die Zeit danach. Nach dem Gewinn des Weltmeistertitel im Zweier-Kajak über 1000 im Jahr 2018 mit Marcus Groß und 2019 mit Jacob Schopf gab es eine große Chance, sich für Tokyo 2020 zu qualifizieren und dort ein großes Rennen zu paddeln. Jetzt sind die Spiele zwar nicht abgesagt, aber die Pläne für die Zeit danach und die Dinge, die wichtig sind, verschieben sich. Ich brauche erstmal ein paar Tage oder auch Wochen und eine Menge Gespräche mit Menschen, die mir wichtige sind wie Trainingspartner, Trainer und meinem letztjährigen Zweierpartner Jacob Schopf, um mich zu sortieren und den besten Weg zu finden.

In einer ersten Einschätzung befürchtet DOSB-Präsident Alfons Hörmann durch die Olympiaabsage jetzt gravierende finanzielle Einbußen für die Athletinnen und Athleten durch entgangene Startgelder und Erfolgsprämien sowie reduzierte Sponsorenleistungen. Was nicht droht, ist ein Rückgang des Engamgents der Kunststofferzeuger: Wir halten dem Team Kunststoff auch in dieser schweren Zeit auf jeden Fall die Treue!

Wie es mit der Sportförderung für die Athletinnen und Athleten nach dem Saisonausfall und der Absage der Olympischen Spiele weitergeht, und welche Kosten jetzt auf die Spitzenverbände zukommen, daüber informiert ein Artikel auf Spiegel Online.

Bilder: Schoon und Freise