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Slalom-Kanuten mit historischem Erfolg in Tokio

 

Die sechs Wettkampftage im Kasai Canoe Slalom Centre werden die deutschen Slalom-Kanuten vom Team Kunststoff wohl nicht so schnell vergessen: Gleich vier (!) Medaillen holte das Team in vier verschiedenen Disziplinen. Alle Sportler fahren mit Medaillen zurück in die Heimat – gibt es etwas Schöneres für ein Team? Wohl kaum!

 

Siderias TasiadisBronze für den Silberjungen von London 2012

Zuallererst sicherte sich Sideris Tasiadis in einem nervenaufreibenden Kurs im Canadier Einer der Herren Bronze. Nach seinem Rennen traten noch ganze fünf weitere Kontrahenten an. Damit es für eine Medaille reicht, durften maximal zwei an ihm vorbeiziehen. Und beide Slalom-Kanuten, die nach ihm starteten, zogen an ihm vorbei, die Medaille schien schon fast verloren. Dann scheiterten sämtliche der letzten drei Starter und Tasiadis holte sich tatsächlich seine zweite olympische Medaille!

 

 

 

Ricarda Funk

Gold für die Debütantin

Am Folgetag sollte das größte Rennen in der Karriere von Ricarda Funk stattfinden. Erstmals hatte sie es zu den Spielen geschafft und startete im Kajak-Einer-Wettbewerb der Damen für das Team Kunststoff. Mit Jessica Fox (Australien) und der Siegerin von Rio, Maialen Chourraut (Spanien), verwies sie im Finale zwei absolute Ausnahmekanutinnen auf Silber und Bronze. Ihr Rennen war vom Start bis zum letzten Paddelschlag ebenso fehlerlos wie vom absoluten Siegeswillen geprägt. Ganz nebenbei sicherte sie den deutschen Olympioniken übrigens das erste Gold in Tokio.

 

 

 

Andrea HerzogBronze für die Überraschungs-Weltmeisterin von 2019

Zwei Tage später feierte der Canadier-Einer der Damen seine olympische Premiere – und Andrea Herzog ihren bärenstarken dritten Platz. Die amtierende Weltmeisterin war mit 21 Jahren die jüngste unter den deutschen Slalom-Kanuten und hielt dem Druck mit ihrem fast perfekten Slalomlauf beeindruckend stand.

 

 

 

 

 

Hannes Aigner

Bronze für den Wiederholungstäter

Doch damit nicht genug: Hannes Aigner, der im Kajak-Einer-Wettbewerb der Herren antrat, komplettierte den Medaillenregen für das deutsche Team. Trotz eines Fahrfehlers im oberen Streckenteil, konnte auch Aigner sich wie bereits 2012 in London Bronze sichern.

 

 

 

 

 

Der Vierfacherfolg der deutschen Slalom-Kanuten vom Team Kunststoff war die beste Leistung seit den Spielen von 1972 in München, bei denen wohlgemerkt noch zwei deutsche Teams angetreten waren. „Ich kann es noch gar nicht begreifen“, sagte Bundestrainer Klaus Pohlen nach Aigners Finale. Nun, dass muss er auch gar nicht – die Geschichtsbücher werden ihm ganz bestimmt nach und nach dabei helfen, die Ausnahmeleistung seiner Sportler zu realisieren!

Weitere Informationen zu den tollen Leistungen der deutschen Slalom-Kanuten gibt es auf der Webseite des Deutschen Kanu-Verbands. Dort findet sich auch ein detaillierter Zeitplan der weiteren anstehenden Kanu-Wettbewerbe.

 

Fotos: Thomas Lohnes