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„Luft nach oben“ für Team-Kunststoff-Kanuten nach Sprint-WM in Ungarn

26.8.2019 Für ein paar Tage im August schaute die Sport-Welt auf Szeged/Ungarn: Vom 21. bis 25.8. fanden dort nämlich die diesjährigen Kanu-Sprint-Weltmeisterschaften statt. In Ungarn, wo Kanu die Nationalsportart Nummer eins ist, feuerte das Publikum jeden Sportler frenetisch an. Ganz zu recht im Übrigen, denn bedeutsam waren alle Rennen: Schließlich ging es nicht nur um WM-Medaillen, sondern gleichzeitig auch um Startplätze für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr. Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) konnte sich letztlich über 15 von 18 möglichen Quotenplätzen für Tokio 2020 freuen, so dass auf das Team Kunststoff einige Medaillenchancen in Tokio warten.

Ein besonders Augenmerk galt wie so oft bei Kanu-Großereignissen auf die Teamboote – und hier schnitt der DKV mit seinen Athleten besonders gut ab: Der Kajak-Vierer der Männer um Schlagmann Max Rendschmidt holte in einem Herzschlagfinale über 500 m zum dritten Mal in Folge den WM-Titel. Silber gab es über die gleiche Distanz auch für den Canadier-Vierer der Herren, dazu kam ein toller erster Platz für den neu zusammengestellten Kajak-Zweier mit Routinier Max Hoff (36) und Toptalent Jacob Schopf (20).

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Jubel über den WM-Titel bei Max Hoff und Jacob Schopf (Foto: Ute Freise)

„Das war eine ordentliche WM mit noch Luft nach oben. Unser Primärziel haben wir mit den 15 Quotenplätzen fast erreicht. Bis Tokio bleibt noch einiges zu tun, aber wir können optimistisch sein, dass wir auch da unsere Medaillen holen werden“, sagte DKV-Präsident Thomas Konietzko dem SID. Denn auch das gehörte bei dieser WM zur Wahrheit: Zwar heimste Canadier-Einer-Dauerbrenner Sebastian Brendel in Szeged seine WM-Titel 11 und 12 ein, allerdings jeweils auf nichtolympischen Strecken. Auf seiner Paradestrecke über die olympischen 1000 m lag er am Ende auf dem undankbaren vierten Platz – nach dem er zuvor seit 2014 auf dieser Strecke kein großes Rennen mehr verloren hatte. Und auch bei den Damen gibt es noch Steigerungspotential, da die meisten weiblich besetzten Boote des Team Kunststoff bei der Medaillenvergabe leer ausgingen. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Hauptaugenmerk auf das Lösen der Olympia-Tickets lag und durch die spezielle Arithmetik nicht in jedem Boot die stärkste Besetzung vertreten war.

Eine Übersicht zu den Ergebnissen der Kanu-WM 2019 gibt es auf der Sportschau-Seite.

Sebastian Brendel (Potsdam) wird Weltmeister im CI 500m 2019 in Szeged
Sebastian Brendel (Potsdam) wird Weltmeister im CI 500m 2019 in Szeged (Foto: Ute Freise)