Das Team im Kanuslalom 2015

Kanu-Slalom-EM in Prag: Titel, Triumphe, Tränen

4. Juni 2018

Der erste internationale Höhepunkt der Saison für die Kanu-Slalom-Fahrer brachte einiges an Erfolgen und Medaillen für die Starter vom Team Kunststoff. Bei der Europameisterschaft in Prag vom 1. bis 3. Juni wiederholte Ricarda Funk (Bad Kreuznach) ihren EM-Erfolg von 2014: Die Kajakspezialistin gewann mit einem fehlerfreien Lauf vor der Titelverteidigerin Corinna Kuhnle aus Österreich. Die zweite deutsche Finalstarterin Jasmin Schornberg (Hamm) kam auf Rang acht. Im Canadier-Zweier der Herren holten sich Robert Behling und Thomas Becker Silber im vorerst letzten Wettkampf der traditionsreichen Bootsklasse. Die Ex-Weltmeister Franz Anton und Jan Benzien belegten Rang sieben, David Schröder und Nico Bettge wurden Zehnte. Für den Canadier-Zweier war die EM wohl der letzte Auftritt bei einem internationalen Wettbewerb. Nach dem Olympia-Aus war der C2 Ende März überraschend auch aus dem Programm für künftige Weltmeisterschaften und Weltcups geflogen. Für eine Überraschung sorgte die erst 19 Jahre alte Elena Apel, die im Canadier der Damen bei ihrer EM-Premiere Bronze gewann. Enttäuschung dagegen bei den Einzelwettbewerben der Herren: Im Kajak-Einer gingen der Olympia-Vierte Hannes Aigner und Sebastian Schubert auf den Rängen vier und 15 leer aus, im Canadier-Einer fuhr Sideris Tasiadis, Silbermedaillengewinner von den Olympischen Spielen in London 2012, auf Rang 6 ein.

Besser sah es dafür in den Mannschaftsdisziplinen aus: Die deutsche Zweier-Canadier-Mannschaft gewann hier den EM-Titel und auch die deutschen Damen-Kajaks holten für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) Gold. Dementsprechend zufrieden zeigte sich DKV-Chefcoach Michael Trummer nach Abschluss der kontinentalen Titelkämpfe: „Drei Medaillen in den Einzel-Disziplinen, davon einmal Gold, sind beim ersten ernsthaften internationalen Kräftemessen in dieser Saison ein sehr gutes Ergebnis. Nimmt man die in den Teamwettbewerben gewonnenen Medaillen und weiteren Finalplatzierungen hinzu, dann wird sichtbar, dass wir auch in diesem Jahr ein starkes, international konkurrenzfähiges Team zur Verfügung haben. Das gibt uns Rückenwind für den Start in die Weltcupsaison und die Vorbereitung auf unseren Jahreshöhepunkt, die Weltmeisterschaften in Rio.“

Ricarda Funk EM 2018 in Prag
Ricarda Funk bei der EM 2018 in Prag (Foto: Nina Jelenc)

 

Licht und Schatten beim Kanu-Sprint-Weltcup in Duisburg

28. Mai 2018

Der Titel als das Wimbledon des Kanu-Rennsports lässt erahnen, welchen Stellenwert die Wedau-Bahn in Duisburg für ihren Sport hat. Nun fand der diesjährige Wettkampfauftakt für die internationale Rennsportelite auf genau dieser Regattastrecke mit dem ersten Weltcup der Saison statt. Die Bilanz für die deutschen Kanuten des Team Kunststoff: vier Siege in den zwölf olympischen Klassen und damit ein ordentlicher Start in die WM-Saison. Überragender Mann beim Heim-Weltcup in Duisburg war Doppel-Olympiasieger Max Rendschmidt, der im Kajak im Einer und Vierer jeweils zu Gold paddelte. Canadier-Star Sebastian Brendel musste sich zwei Wochen vor der EM in Belgrad dagegen mit Rang drei begnügen.

Max Rendschmidt K1 Weltcup Duisburg
Max Rendschmidt bei seinem K1-Weltcup-Erfolg in Duisburg

„Das war ein Wochenende mit Licht und Schatten. Jetzt wissen wir, wo wir stehen“, lautete das Fazit von Sportdirektor und Chef-Bundestrainer Jens Kahl zu den Wettbewerben. Siege gab es vor etwa 1.000 Zuschauern immerhin auch für die Weltmeister Peter Kretschmer und Yul Oeltze im Canadier-Zweier sowie die WM-Fünften Max Hoff und Marcus Groß im Kajak-Zweier.

Für das Highlight sorgte Max Rendschmidt, der in Duisburg das deutsche Duell mit Weltmeister Tom Liebscher aus Dresden über 1,000 m für sich entschied. Der Essener hat damit auch beste Karten im Kampf um den deutschen Startplatz bei der EM in Serbien (8. bis 10. Juni) sowie der WM in Portugal (23. bis 26. August). Der dreimalige Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel (Potsdam) löste dagegen das WM-Ticket, auch wenn er auf seiner Paradestrecke über 1.000 m auf Platz drei landete. Die gleiche Platzierung erreichte der Potsdamer letztlich auch auf der nicht olympischen Distanz über 500 m.

Hoch zufrieden zeigten sich die Kanutinnen und Kanuten des Deutschen Kanu-Verbandes mit den Bedingungen im komplett renovierten Bundesleistungszentrum in Duisburg. Der leitende Bundestrainer vergab für das neue „Heim“ der nationalen Rennsport-Elite fünf Sterne. Olympiasiegerin Franziska Weber schwärmte: „Wir fühlen uns hier pudelwohl.“ So waren immerhin Athletinnen und Athleten aus 52 Nationen sowie zahlreiche Olympiasieger und Weltmeister an den Start gegangen. Bereits im kommenden Jahr ist Duisburg vom 31. Mai bis 2. Juni wieder Gastgeber des Weltcups. Im Jahr 2020 geht es in Duisburg auch um die WM-Titel der Parakanuten. 2021 stehen dann die Kanu-Europameisterschaften im Kalender. Team Kunststoff ist dann hoffentlich wieder ganz vorne dabei.

Foto: Ute Freise

Weltcup-Auftakt für Sprint-Kanuten in Ungarn

17.5.2018
Start der internationalen Wettkampfsaison für die Sprint-Kanuten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) und Team Kunststoff beim Weltcup im ungarischen Szeged: Für spannende Rennen ist vom 18. bis 20. Mai 2018 gesorgt, denn die deutschen Starter treffen auf starke Konkurrenz aus allen Teilen der Welt. Die erste richtige Standortbestimmung für die Sprint-Athleten versammelt dementsprechend einige der Top-Stars aus der Kanu-Szene in Ungarn. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Kajak-Einer (K1) der Herren über 1.000 m mit den beiden Schnellsten der Vorjahres-WM, dem Deutschen Tom Liebscher und dem Portugiesen Fernando Pimenta, sowie die Teamwettbewerbe im K4 und K2 bei den Frauen und Männern.

Mit von der Partie sind in Ungarn auch die Parakanuten, die seit 2017 offizieller Teil von Team Kunststoff sind. Zu den Startern zählt dabei auch die Paralympics-Silbermedaillengewinnerin von Rio 2016, die Hamburgerin Edina Müller, die sich im Auslegerkanu Va’a mit der starken Konkurrenz aus England und Russland messen muss.

Lust auf den Weltcup-Auftakt macht dieser Warm-Up Trailer vom Internationalen Kanu-Verband ICF:

Höhepunkt der diesjährigen Kanu-Sprint-Saison sind dann die Weltmeisterschaften Ende August im portugiesischen Montemor-o-Velho.