Kanu-Rennsport

Die Anfänge

1996

Die Verbindung zwischen Spitzensport und Kunststoff-Industrie begann auf der boot 1996 in Düsseldorf. Im Olympiacenter der Kunststofferzeuger waren unter dem Slogan „Innovation in Kunststoff“ auf über 1.000 Quadratmetern Standfläche alle Kanus, Surfbretter, Ruder- und Segelboote zu sehen, die bei den olympischen Wettkämpfen im Sommer ’96 in Atlanta mit von der Partie sein würden. Am Stand hing auch das großformatige Foto eines Achters. Niemand war darauf zu erkennen, nur ein Blondschopf stach heraus - der von Roland Bahr, damals Schlagmann des Deutschland-Achters. Grund genug für den Ruderverband, mit den Kunststoffleuten über ein Nutzungshonorar zu reden. Man einigte sich jedoch ganz anders, nämlich darauf, dass die Kunststofferzeuger für die Olympischen Spiele von Atlanta ins Sportsponsoring einstiegen und den Frauen-Nationalachter förderten. Das war die Geburtsstunde der erfolgreichsten deutschen Sponsoringinitiative.

Die Ankündigung, die Kunststofferzeuger würden Riemenruderinnen im Großboot sponsern, rief zunächst sogar bei Fachleuten Erstaunen hervor: Selbst Spezialisten wussten zu diesem Zeitpunkt oft nicht, dass auch Frauen im Achter starten. Zu dominant schien die männliche Konkurrenz.

1994 boot Düsseldorf
1996

Doch die kontinuierliche Medienarbeit zeigte schnell Wirkung. So gelang es, mit Dr. Klaus Kinkel den Bundesaußenminister als Paten des Bootes zu gewinnen. Er nahm diese Aufgabe sehr gerne wahr und kam nicht nur zur medienwirksamen Bootstaufe, sondern war auch bei vielen Rennen als begeisterter Zuschauer an der Regattastrecke. Achter-Fotos mit dem Minister erschienen immer wieder in deutschen Tageszeitungen. Spätestens mit dem vom Kunststoffverband produzierten Film „Das Boot“, der in der ARD zur besten Sendezeit ausgestrahlt und in zahlreichen öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen wiederholt wurde, war der Durchbruch geschafft.

1998: Außenminister Klaus Kinkel, Pate des Damenachters
1996

Unter den prominenten Gästen im Olympiacenter bei der boot 96 waren übrigens auch die zweifachen Segel-Weltmeisterinnen von 1987 und 1989 und Olympiafünften von Seoul 1988, Katrin Adlkofer und Susanne Bauckholt. Auch sie sprachen die Kunststofferzeuger an und wurden anschließend mit einem Sponsoringvertrag unterstützt. Auf dem Bootsrumpf und den Segeln des Erfolgsbootes war nun der Schriftzug „Innovation in Kunststoff“ zu sehen.

470er Wibke Bülle Nicola Birkner
1997

Seit 1997 gehören auch die „Optis“, die Nachwuchsseglerinnen und -segler zum Team Kunststoff. Seit damals wird auch der „Kunststoff-Cup“ ausgefahren, die EM- und WM-Ausscheidung der deutschen Optimisten.

2003 Plakat Kunststoffcup

Team Kunststoff und Olympia

2000

Sydney 2000: Die ersten Olympischen Spiele mit großer Mannschaft. Unter dem Slogan „Team Kunststoff - Sydney 2000“ sorgte PlasticsEurope für die langfristige Unterstützung, die die Sportler für eine optimale Vorbereitung auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Sydney benötigten. Gefördert wurden die Riemenruderinnen des Frauen-Nationalachters, des Zweiers und Vierers sowie die 470er-Seglerinnen Nicola Birkner und Wibke Bülle. Exakt ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele „down under“ stieß dann die Kanu-Olympiamannschaft zum Team - ein echter Glücksfall, wie sich in Sydney zeigte. Denn dort holte das Team, das aus insgesamt 29 Wassersportlerinnen und -sportlern bestand, vor allem dank seiner herausragenden Paddler vier Gold- eine Silber- und drei Bronzemedaillen. Zahlreiche Endlaufplatzierungen rundeten die tolle Bilanz ab.

2000: Anzeige
2004

Athen 2004: Bei der Vorbereitung der K, der weltweit bedeutendsten Kunststoffmesse, die alle drei Jahre in Düsseldorf stattfindet, ergab sich ein Kontakt und ein überaus spannender Anknüpfungspunkt zu den olympischen Wasserspringern: Die Wasserspringer üben die allermeisten ihrer Sprünge nämlich nicht im Wasserbecken, sondern sie springen in ein Becken, dass mit speziellen Kunststoffkissen gefüllt ist. Sie stießen 2004 zum Team.

Insgesamt gab es in Athen 5x Gold, 6x Silber und 1x Bronze sowie 3x Paralympics-Gold durch Wojtek Czyz

Im Detail:

Gold im Rudern, Doppel-Vierer: Kathrin Boron, Meike Evers, Manuela Lutze, Kerstin El Qalaili
Gold im Kanu-Rennsport, Kajak Vierer über 500 m: Birgit Fischer, Carolin Leonhardt, Maike Nollen und Katrin Wagner; im Zweier-Canadier über 1.000 m: Christian Gille, Tomasz Wylenzek; im Einer-Canadier über 500 m: Andreas Dittmer; im Zweier-Kajak über 500 m: Ronald Rauhe, Tim Wieskötter

Silber im Rudern: Doppel-Zweier: Peggy Waleska, Britta Oppelt
Silber im Wasserspringen: Synchronspringen vom 3-Meter-Brett: Andreas Wels, Tobias Schellenberg
Silber im Kanu-Slalom, Zweier-Canadier: Marcus Becker, Stefan Henze
Silber im Kanu-Rennsport: Einer-Canadier über 1.000 m: Andreas Dittmer; Vierer-Kajak über 1000 m: Stefan Ulm, Björn Bach, Mark Zabel, Andreas Ihle: im Zweier-Kajak über 500 m: Birgit Fischer, Carolin Leonhardt

Bronze im Kanu-Slalom, Einer-Canadier: Stefan Pfannmöller

Paralympics Athen 2004: 3 x Gold für Wojtek Czyz im Sprint über 100m, 200m und im Weitsprung

Kanu-Rennsport, Kajak Vierer über 500 m: Birgit Fischer, Carolin Leonhardt, Maike Nollen und Katrin Wagner
2008

Peking 2008: Die Asienspiele - es waren die ersten Olympischen Sommerspiele, die in China stattfanden - brachten dem Team zehn Medaillen plus eine paralympische Medaille für Wojtek Czyz im: 3 xGold, 3xSilber, 4xBronze und 1xParalympics-Gold

Im Detail:

Gold im Kanu-Slalom, Kajak-Einer: Alexander Grimm
Gold im Kanu-Rennsport, K4: Fanny Fischer, Nicole Reinhardt, Katrin Wagner-Augustin und Conny Waßmuth; im K2: Andreas Ihle und Martin Hollstein

Silber im Rudern, Doppelzweier: Christiane Huth und Annekatrin Thiele
Silber im Kanu-Rennsport, K2: Ronald Rauhe und Tim Wieskötter; im C2: Christian Gille und Tomasz Wylenzek

Bronze im Kanu-Rennsport, K1: Katrin Wagner-Augustin; im K4: Lutz Altepost, Norman Bröckl, Torsten Eckbrett und Björn Goldschmidt; im C2: Christian Gille und Tomasz Wylenzek
Bronze im Segeln, 49er: Hannes und Jan-Peter Peckolt

Paralympics Peking 2008 Gold für Wojtek Czyz im Weitsprung

49er, Jan und Hannes Peckolt
2012

London 2012: Acht Medaillen gab es bei den Spielen in der Hauptstadt des vereinigten Königreiches:
3x Gold, 2x Silber, 3x Bronze sowie bei den Paralympics 1x Silber und 2x Bronze für Wojtek Czyz.

Im Detail:

Gold im Kanu-Rennsport, C1: Sebastian Brendel; im C2: Peter Kretschmer und Kurt Kuschela;
im K2: Franziska Weber und Tina Dietze

Silber im Kanu-Rennsport, K4: Franziska Weber, Tina Dietze, Carolin Leonhardt und Katrin Wagner-Augustin
Silber im Kanu-Slalom, C1: Sideris Tasiadis

Bronze im Kanu-Rennsport, K1: Max Hoff; im K2: Martin Hollstein und Andreas Ihle
Bronze im Kanu-Slalom, K1: Hannes Aigner

Paralympics London 2012:
Silber im Weitsprung
sowie 2x Bronze im Sprint über 100m und in der 4 x 100m-Staffel für Wojtek Czyz.

2016

Rio de Janeiro 2016: 7 Medaillen gab es bei den jüngsten Spielen in Brasilien:
4x Gold, 2x Silber, 1x Bronze

Im Detail:
Gold im Kanu-Rennsport: C1: Sebastian Brendel; C2: Sebastian Brendel und Jan Vandrey; K2: Max Rendschmidt und Marcus Groß; K4: Max Rendschmidt, Tom Liebscher, Max Hoff, Marcus Groß

Silber im Kanu-Rennsport: K2: Franziska Weber und Tina Dietze; K4: Sabrina Hering, Franziska Weber, Steffi Kriegerstein, Tina Dietze

Bronze Kanu-Rennsport: K1: Ronald Rauhe