Das Team im Kanuslalom 2015

Traumergebnis in Rio für die Kanu-Slalom-Fahrer im Team Kunststoff

Riesenüberraschung bei den Kanu-Slalom-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro im Canadier-Einer der Herren: Gleich zwei Medaillen gingen in Brasilien an die Starter von Team Kunststoff. Besonders überragend war dabei der Gold-Coup an der Copacabana von Franz Anton, der während der diesjährigen Weltcup-Saison nicht immer seine besten Leistungen abrufen konnte. Es war das erste WM-Gold im Einer-Canadier seit 25 Jahren. Dazu kam in der selben Disziplin nach einem ebenfalls fehlerfreien Lauf die Bronzemedaille für den Weltcup-Dritten Sideris Tasiadis aus Augsburg.
Franz Anton holt WM-Gold im Einer-Canadier 2018
Franz Anton holt WM-Gold im Einer-Canadier

Der Augsburger Hannes Aigner gewann in Rio de Janeiro im Kajak-Einer der Herren ebenfalls die Goldmedaille. Der 29-Jährige legte auf der Olympia-Strecke von 2016 einen perfekten Lauf hin. Vor zwei Jahren hatte er Olympia-Bronze noch um drei Hundertstelsekunden verpasst. „Ich hab alles riskiert, hatte einen richtig guten Lauf und bin jetzt super happy, dass es geklappt hat“, freute sich der Olympia-Dritte von London 2012. Im Ziel warf er sein Paddel vor Freude weg und reckte beide Arme siegessicher in die Höhe – wohlwissend, dass es mindestens für eine Medaille reichen würde. Immerhin hatte er Startnummer vier. Doch die sechs noch verbleibenden Starter konnten seine Fabelzeit von 89,69 Sekunden nicht toppen.

Abgerundet wurde das sehr positive Abschneiden der Team-Kunststoff-Athleten in den olympischen Disziplinen durch die Bronzemedaille im Kajak-Einer der Frauen für Europameisterin Ricarda Funk. DKV-Cheftrainer Michael Trummer rechnete nach den knappen Weltcupergebnissen zunächst mit einer sehr „schwierigen WM“ für die deutsche Nationalmannschaft, zeigte sich aber nun mit den Ergebnissen mehr als zufrieden: „Wir haben uns gemeinsam gut vorbereitet und uns gut auf die speziellen Bedingungen hier in Rio eingestellt. Das Team hat geschlossen und diszipliniert eine super Leistung abgeliefert.“

Kanu-Slalom-Hochspannung auf der Olympiastrecke von 2016

Saisonhöhepunkt für die Slalom-Kanuten: Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro gehen die Athletinnen und Athleten des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in die Rennen. Auf der Olympiastrecke von 2016 werden insgesamt vier Einzeltitel in den olympischen Disziplinen vergeben, hinzu kommen einige nicht-olympische Teamwettkämpfe. Nach einer erfolgreichen Weltcupsaison fühlen sich die Sportler bereit für den großen Wurf. Immerhin zwei deutsche Boote der von Team Kunststoff unterstützten DKV-Flotte hatten in der Weltcupsaison 2018 in der Gesamtwertung das Podest erreicht: Ricarda Funk (Bad Kreuznach) wurde Zweite im Kajak-Einer, Sideris Tasiadis (Augsburg) bei drei Saisonsiegen Dritter im Canadier-Einer. Cheftrainer Michael Trummer ist trotz der in Rio komplett versammelten Weltelite zuversichtlich: „Dass die Konkurrenz dabei sehr groß ist, wissen wir aus den Weltcuprennen der Saison. Trotzdem steht unser Ziel, zwei olympische Einzelmedaillen mit nach Hause zu nehmen. Nach den bisherigen Ergebnissen der Saison gehen wir optimistisch und motiviert in diese Weltmeisterschaft.“
Den Auftakt der Rennserie bilden die Teamfinals am Dienstag, die Entscheidungen in den Einzel-Disziplinen fallen am Samstag und Sonntag. Am Start sind unter anderem Hannes Aigner und Sideris Tasiadis (beide Augsburg), die bei den zurückliegenden Olympischen Spielen auf selber Strecke Rang vier und fünf belegten. Ebenfalls mit von der Partie sind Kajak-Europameisterin Ricarda Funk (Kreuznach) und die EM-Dritte im Damen-Canadier Elena Apel (Augsburg).
Elena Apel Kanu-WM 2018
Eine der WM-Starterinnen für Team Kunststoff: Elena Apel vom DKV
Eine Broschüre zu den Kanu-Nationalmannschaften, die seit dem Jahr 2000 von den Kunststofferzeugern in Deutschland finanziell unterstützt werden, gibt es als ePublikation (Flash-Format) oder im PDF-Format. Hier geht es zum WM-Zeitplan in englischer Sprache. Eine Liveübertraung im Stream bietet die International Canoe Federation auf YouTube.

Auf der Zielgeraden: Spannende Weltcup-Phase für Slalom-Kanuten

Der fünfte und letzte ICF Weltcup der Saison für die Slalom-Kanuten findet dieses Wochenende auf der spanischen Olympiastrecke La Seul d’Urgell statt. Es warten dabei noch einige spannende Entscheidungen auf die Athletinnen und Athleten vom Team Kunststoff. So möchte Olympia-Silbermedaillengewinner Sideris Tasiadis den Schwung aus dem vorherigen Weltcup im slowenischen Tacen  mitnehmen, wo dem Augsburger im vierten Weltcup der Saison der dritte Saisonsieg gelang. Diese Top-Platzierung katapultierte den Canadier-Einer-Fahrer auf den 2. Platz der Gesamt-Weltcupwertung. Alles hängt nun vom letzten Rennen in den spanischen Pyrenäen ab. Will Tasiadis den führenden Liptovsky Mikulas noch vom ersten Platz verdrängen und seinen Weltcuptitel verteidigen, muss er mindestens zwei Plätze besser abschneiden als der Slowake. Ebenfalls noch Chancen auf den Gesamtsieg hat die Weltcupdritte Ricarda Funk, die im Kajak-Einer (K1) der Damen startet und schon einen größeren Rückstand auf die Führende Jessica Fox hat (Australien). Und auch K1-Fahrer Sebastian Schubert liegt in aussichtsreicher Position, um noch einmal die Top 3 anzugreifen. Besonders interessant beim Finale der Rennserie ist diesmal, dass erstmals in der Saison doppelte Punkte vergeben werden.

Kanu-Weltcup Tacen, Tasidadis, Foto DKV
Sideris Tasiadis bei seinem Sieg beim Kanu-Slalom-Weltcup im slowenischen Tacen (Foto: Deutscher Kanu-Verband)

Hier ist der Zeitplan für die Entscheidungen:

Samstag, 08.09.2018
09:00 – 11:10 Semifinale (Canadier-Einer Herren & Kajak-Einer Damen)
12:00 – 13:15 Finale (Canadier-Einer Herren & Kajak-Einer Damen)

Sonntag, 09.09.2018
09:00 – 11:30 Semifinale (Canadier-Einer Damen & Kajak-Einer Herren)
12:00 – 13:15 Finale (Canadier-Einer Damen & Kajak-Einer Herren)

 

Das Weltcupfinale ist übrigens gleichzeitig auch wichtige Generalprobe für die Weltmeisterschaft Ende September auf der Olympiastrecke von Rio de Janeiro, dem sportlichen Höhepunkt für die Kanuslalom-Elite.