Das Team im Kanuslalom 2015

Pau vor der Brust: WM-Titelkämpfe im Kanu-Slalom für Team Kunststoff

21.9.2017
Mit drei Gesamtweltcupsiegen 2017 im Gepäck reiste die Deutsche Kanu-Slalom-Nationalmannschaft zur diesjährigen WM ins Stade d’Eau vives in Pau-Pyrenées. Beste Voraussetzungen also für die Team-Kunststoff-Athleten, um vom 26. bis 30. September im Süden Frankreichs nach WM-Medaillen zu greifen. Doch Vorsicht, die künstlich angelegte Strecke am Rande der Pyrenäen ist anspruchsvoll und verzeiht keine Fehler. Und auch die Konkurrenz ist stark: Viele Olympiateilnehmer bzw. Olympiasieger vertreten in Pau die Farben ihrer Länder. Zu den Favoriten im Wettbewerb zählen dabei natürlich die frisch gekürten Weltcupgesamtsieger aus Deutschland: Ricarda Funk (K1), Sideris Tasiadis (C1) sowie Robert Behling / Thomas Becker (C2). Damit der heiße Saisonabschluss hinterher auch Anlass zum Feiern bietet, haben sich die Sportlerinnen und Sportler intensiv in Frankreich und auf ihren heimischen Kanu-Slalom-Strecken auf die WM vorbereitet und sind nun erneut frühzeitig an die Wettbewerbsstrecke gereist, um sich auf die Bedingungen vor Ort einzustimmen. Nun müssen nur noch die Ergebnisse stimmen. Die Team-Kunststoff-Kollegen vom Kanu-Sprint haben in dieser Hinsicht bereits im Sommer vorgelegt.

Abreise des Kanu-Slalom-Teams nach Pau
Ankunft des Kanu-Slalom-Teams in Südfrankreich

Hier geht es zur Veranstaltungsseite des Internationalen Kanu-Verbands. Auch der Deutsche Kanu-Verband informiert auf seiner Website und via Facebook über die Kanu-Slalom-WM in Frankreich.

Vor der Kanu-Slalom-WM: Drei Gesamtweltcupsiege für Team Kunststoff

In fünf Weltcuprennen im Kanu-Slalom ging es 2017 um Podestplätze und Platzierungspunkte, am Ende gab es drei Gesamtsieger und einen zweiten Platz bei den deutschen Startern! Dementsprechend zufrieden zeigte sich der Cheftrainer des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), Michael Trummer: „Das ist natürlich ein insgesamt superstarkes Ergebnis mit dreimal Gold und einmal Silber in fünf Kategorien.“ Sein Blick ging daher bereits in Richtung WM, die vom 27. September bis 1. Oktober im französischen Pau stattfindet: Er hoffe, dass seine Athleten die Form bis dahin halten können, betonte der Coach.

Zum Weltcup-Saisonabschluss im spanischen La Seu d’Urgell sicherten sich die als Führende ins Rennen gegangenen Team-Kunststoff-Athleten Ricarda Funk (Bad Kreuznach) im Kajak-Einer der Damen und Sideris Tasiadis (Augsburg) im Canadier-Einer der Herren den jeweils ersten Platz im Endklassement. Funk überzeugte dabei mit dem vierten Sieg im fünften Weltcuprennen der Saison, während Tasiadis mit einem vierten Platz erstmals in diesem Jahr am Podest vorbeifuhr.

Besonders umkämpft war der Ausgang im Canadier-Zweier der Herren: Hier paddelten die Merseburger Robert Behling und Thomas Becker in Spanien auf den ersten Platz, und sprangen so mit knappen Vorsprung noch von Gesamtweltcupposition zwei auf eins. Beim letzten Weltcuprennen des Jahres gab es darüber hinaus im C2 einen deutschen Doppelerfolg: Hinter Behling/Becker konnten sich die Leipziger Olympiastarter von London 2012 David Schröder/Nico Bettge auf dem zweiten Platz einreihen. Positiv auch das Abschneiden von Sebastian Schubert, der dank eines vierten Platzes in La Seu d’Urgell die zweite Position im Gesamtweltcup verteidigen konnte.

Gesamtweltcupsieg 2017 Behling Becker
Glückliche Doppel-Weltcupsieger im spanischen La Seu d’Urgell, v.l.nr.: David Schröder, Robert Behling, Thomas Becker und Nico Bettge (Foto: Jochen A. Meyer, DKV)

Entscheidend wird nun sein, dass die DKV-Sportler die gute Form bis zu den Weltmeisterschaften in Frankreich konservieren können. Denn dort sind die Voraussetzungen noch etwas schwieriger als im Weltcup: Die Entscheidung über den wichtigsten Titel der Saison fällt dann in nur einem Lauf. Informationen zum Saisonhöhepunkt für die Slalomkanuten von Team Kunststoff bietet die offizielle WM-Webseite des internationalen Kanu-Verbandes ICF.

Weltcupfinale: 3x Gold für Team Kunststoff?

Wer wird Weltcup-Champion im Kanu-Slalom? Diese Frage wird an diesem Wochenende im spanischen La Seu d’Urgell beantwortet. Und die Chancen für Team Kunststoff stehen gut: Im Canadier-Einer der Herren fährt der deutsche Kanute Sideris Tasiadis (Augsburg) in dieser Saison bislang beständig gut durch die Wildwasserkanäle dieser Welt. Mit bislang zwei Gold- und zwei Silbermedaillen aus vier Weltcups rangiert er mit 230 Punkten weit vor dem zweitplatzierten Slowaken Matej Benus. Ebenfalls einen komfortablen Vorsprung hat sich Ricarda Funk herausgefahren: Die Bad Kreuznacherin konnte im Kajak-Einer der Damen bislang drei Weltcuprennen in dieser Saison für sich entscheiden. Enger ist das Rennen dagegen beim Kajak-Einer der Herren: Team-Kunststoff-Athlet Sebastian Schubert (Hamm) liegt vor dem Weltcupfinale in Spanien auf dem zweiten Rang, 30 Punkte hinter dem führenden Tschechen Vit Prindis. Ein gutes Abschneiden, möglichst ein Sieg, sind somit fast schon Pflicht für Schubert, will er noch ganz nach oben in der Weltcup-Gesamtwertung klettern.

Will beim Weltcupfinale noch einmal voll angreifen: K1-Fahrer Sebastian Schubert, bislang Zweiter in der Gesamtwertung
Will beim Weltcupfinale noch einmal voll angreifen: K1-Fahrer Sebastian Schubert, bislang Zweiter in der Gesamtwertung

Spannung ist also garantiert, wenn am Wochenende die Finals stattfinden. Wer mit den Team-Kunststoff-Sportlern mitfiebern will, sollte sich den Livestream vom Kanu-Weltverband ICF nicht entgehen lassen.