Das Team im Kanuslalom 2015

Merkel verleiht Kienbaum-Award an Team-Kunststoff-Kanuten

Die Pressekonferenz des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) fand noch im Bundesleistungszentrum Kienbaum statt; dass sich daran anschließende Sommerfest endete dann aber schon im „Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum für Deutschland“. Ganz offiziell wurde diese Umwidmung des noch aus DDR-Zeiten stammenden Zentrums für Spitzensportler 40 km östlich von Berlin im Beisein der Bundeskanzlerin vollzogen. Angela Merkel nutzte zudem den Besuch in Kienbaum, um mit Athleten verschiedener Sportarten zu sprechen – darunter auch einigen Kanuten vom Team Kunststoff. Während im Hintergrund auf dem Liebenberger See mehrere Kanu-Sprint-Leistungsboote des DKV ihre Runden drehten, erklärten die Rio-Medaillengewinner Franziska Weber, Sebastian Brendel und Max Rendschmidt der Kanzlerin auf dem Bootssteg die wichtigsten Eigenschaften ihrer Sportausrüstung. Höhepunkt des Merkel-Besuchs war auf der einen Seite die Umbennung und Aufwertung des Sportleistungszentrums, aber auf der anderen Seite auch die Verleihung des Kienbaum Award. Diese Auszeichnung wird für menschliche Werte und Vorbildwirkung im Spitzensport vergeben. Einmal mehr ging der Award an einen Kanuten von Team Kunststoff, in diesem Jahr an den K2- und K4-Fahrer Max Rendschmidt.

Auch aufgrund des hohen politischen Besuchs erfreute sich die am Vormittag stattfindende Pressekonferenz des DKV großen Interesses. Themen waren unter anderem das hervorragende und etwas überraschende Abschneiden bei der gerade zurückliegenden EM in Plovdiv sowie ein Ausblick auf den Saisonhöhepunkt im Kanu-Sprint, die WM im tschechischen Racice Ende August. Auch hier rechnet der Kanu-Verband mit zahlreichen Finalplätzen und Medaillenrängen für die Team-Kunststoff-Sportler, wies aber auch darauf hin, dass die vielen vorderen Plätze bei der EM kein Selbstläufer für die Interkontinental-Wettkämpfe seien. Kurz gestreift wurde auch das Thema Sportförderung. Hier wünschten sich die beiden Sportler auf dem Podium, Tina Dietze und Sebastian Brendel, mehr Sicherheit und Planbarkeit von Seiten der Politik, während Verbandspräsident Thomas Konietzko darauf hinwies, wie schwer mittlerweile die Besetzung von Trainerstellen im Leistungs- und Ausbildungsbereich sei, solange es an klaren Perspektiven fehle. Ein spannendes und wichtiges Thema, das auch bei der anschließenden DOSB-Pressekonferenz sowie im Beisein von Angela Merkel gestreift wurde.

Pressekonferenz DKV Kienbaum 2017

Melanie Dietze Pressekonferenz Kienbaum 2017

 

 

Gold, Gold, Gold, Gold, Gold, Gold: Tolle EM-Bilanz für Team Kunststoff

Sechsmal Gold, zweimal Silber, viermal Bronze lautete die großartige Bilanz von Team Kunststoff bei den diesjährigen Kanu-Sprint-Europameisterschaften im bulgarischen Plovdiv. Viele Medaillen konnten dabei in den olympischen Disziplinen gewonnen werden. Einige EM-Ergebnisse hier kurz zusammen gefasst:

  • Die Silbermedaillengewinnerinnen von Rio Franziska Weber und Tina Dietze gewannen auf der olympischen Distanz im Kajak-Zweier der Damen über 500 m den EM-Titel.
  • Doppel-Olympiasieger von Rio Sebastian Brendel holte mit Gold im Canadier-Einer über 1.000 m und die nicht olympischen 5.000 m seine EM-Titel elf und zwölf. Außerdem gewann er mit seinen Potsdamer Klubkollegen Stefan Kiraj und Jan Vandrey sowie dem Berliner Conrad Scheibner auch noch die Silbermedaille im Canadier-Vierer über 1.000 m.
  • Doppel-Gold ging auch an Vierer-Olympiasieger Max Hoff, der im Kajak-Einer über 5.000 m sowie gemeinsam mit Marcus Groß im Kajak-Zweier der Herren über 1.000 m nicht zu schlagen war.
  • Einen weiteren EM-Titel für den Deutschen Kanu-Verband und das Team Kunststoff sammelten Peter Kretschmer/Yul Oeltze im Canadier-Zweier, und knüpften damit nahtlos an ihren Sieg beim Weltcup in Belgrad an.
Peter Kretschmer und Yul Oeltze jubeln bei der EM in Plovdiv über ihre Goldfahrt
Peter Kretschmer und Yul Oeltze jubeln bei der EM in Plovdiv über ihre Goldfahrt
Routinier Max Hoff gibt auf der 5.000 m Strecke alles
Routinier Max Hoff gibt auf der 5.000 m Strecke alles

 

Die Erfolge konnten sich insbesondere auch deshalb sehen lassen, da sie aus dem vollen Training heraus erzielt wurden. Die Wettkämpfe in Bulgarien galten vor allem als Vorbereitung auf die in sechs Wochen stattfindende WM im tschechischen Racice. Mit den tollen Ergebnissen aus Plovdiv reisen die Team-Kunststoff-Athleten jetzt mit viel Selbstvertrauchen nach Tschechien.

Und auch bei den Entscheidungen im Parakanu gab es für Team Kunststoff positives zu vermelden: Der Hallenser Ivo Kililan holte Silber in der Klasse VL2, Paralympics-Silbermedaillengewinnerin Edina Müller aus Hamburg holte sich in der Klasse KL1 Bronze.

Kanurennsport- & Parakanu-EM in Bulgarien

Osteuropa ruft für die deutschen Rennsportkanuten: Bei den diesjährigen Europameisterschaften im bulgarischen Plovdiv startet der Deutsche Kanu-Verband (DKV) mit seinen stärksten Booten. Bei brütender Hitze und im lauwarmen Wasser des künstlichen Kanals sollten damit einige Top-Platzierungen drin sein. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Strecke im Sportpark von Plovdiv noch neu für die Kanuten ist; bislang fanden hier lediglich mehrere internationale Ruder-Wettkämpfe statt. Dazu kommt, dass der eigentliche Saison-Höhepunkt die Weltmeisterschaften Ende August in Racice/Tschechien sind. Nichtsdestotrotz rechnen sich die Rennsport-Kanuten einige Medaillenchancen aus, so unter anderem im K4 der Herren über 500 m und im K2 der Damen über 500 m. Die Finalläufe bei der EM beginnen ab Samstagvormittag.
Wer via Fernsehen live dabei sein und so das Team Kunststoff unterstützen möchte: Sowohl ARD als auch ZDF übertragen die Finals im Livestream und bringen weitere Beiträge und Intervieweinspieler zu den Team-Kunststoff-Athleten. Das ZDF überträgt beispielsweise am Samstag, 15. Juli mehrere Stunden von der EM in Bulgarien. Hier geht es zum Livestream: https://www.zdf.de/sport/zdf-sportextra/kanu-em-am-15-juli-2017-im-livestream-100.html
Auch für die Parakanuten des DKV, die seit diesem Jahr ebenfalls offizieller Teil von Team Kunststoff sind, richtet sich der Blick am Wochenende auf die EM in Plovdiv. Nach einem gemeinsamen Trainingslager in Berlin erhofft sich die Parakanu-Nationalmannschaft erste Auskünfte über den Leistungsstand. Besonderes Augenmerk gilt dabei in den Einzelrennen den Silbermedaillengewinner der Paralympics von Rio, Edina Müller und Tom Kierey. Dazu die 34jährige Rollstuhlfahrerin und Spitzenathletin Müller: „Eine Woche Trainingslager ist zwar kurz, aber es pushed immer, durchgehend mehrmals am Tag auf dem Wasser sein zu können. Für mich lief die Vorbereitung schleppend- ich musste Anfang des Jahres über 2 Monate wegen Grippe mit dem Training aussetzen und kam bisher nicht auf meinen erwünschten Trainingsstand. Ich hoffe, dass es jetzt  zur EM aufwärts geht und sich die komprimierten letzten Monate auszahlen.“ Die stärksten Gegner der deutschen Parakanuten kommen wie in den letzten Jahren aus Großbritannien, Russland und der Ukraine. Die Parakanu-Finalläufe in Plovdiv finden am Freitag, 14.7.2017, und Samstag, 15.7.2017, statt.
Vorbereitungen Parakanu-EM
Foto aus dem Trainingslager der Parakanuten zur Vorbereitung auf die EM
Weitere Informationen: https://plovdiv.canoe-bg.com