Das MATERIAL

Sport ohne Kunststoffe? Das ist heute fast undenkbar. Schon die Sportbekleidung ist selbstverständlich aus polymeren Werkstoffen. Das fängt bei der Unterwäsche an und hört bei der wasserdichten, atmungsaktiven Jacke mit Kunststoff-Klimamembran noch lange nicht auf.  Ähnlich ist es bei den Sportgeräten. "Schneller, höher, weiter" heißt das Motto, dem die Kunststoffe zur Geltung verhelfen.

Segelboote:
1900 fanden bei den Olympischen Spielen in Paris die ersten Olympischen Segelwettbewerbe statt. Segeln ist also eine der ältesten olympischen Disziplinen der Spiele der Neuzeit. Lange blieb man auch beim Segeln bei traditionellen Materialien, heute vertraut man nicht nur beim Schiffskörper selbstverständlich auf (faserverstärkte) Kunststoffe. Auch Segel und Taue werden aus Kunststoff, zum Beispiel aus Polyester, Polyamid oder Aramid gefertigt.

Rennsport- und Slalomkanus:
Die Ursprünge des Kanusports reichen weit zurück. Ausgehend von den Booten der Indianer und Eskimos wurden leistungsfähige Sportgeräte entwickelt. Lange Jahre wurde für den Bau ausschließlich Holz verwendet. Die neuen Werkstoffe traten ihren Siegeszug zunächst bei den Paddeln an. Inzwischen haben sich Kunststoffe dank ihrer vielen Vorteile - geringes Gewicht, hohe Stabilität und günstiger Preis - längst durchgesetzt. Heute Boote bestehen meist aus faserverstärkten Kunststoffen oder aus Polyethylen.

Ruderboote:
Das weltweit erste Kunststoff-Ruderskiff entstand 1956 bei der Bootswerft Empacher. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München gewann der deutsche Vierer mit Steuermann die erste Goldmedaille mit einem Kunststoff-Ruderboot. Damit wurde im Bootsbau eine neue Ära eigeleitet. Heute bestehen die Boote der Besten ausnahmslos aus faserverstärkten Kunststoffen - stabil, leicht und schnell. Selbst für die Riemenstangen und -blätter greift man zu Kohlefasern, um die Biegefestigkeit exakt auf den einzelnen Sportler abstimmen zu können.



Kleine Werkstoffkunde: Kunststoffe im Wassersport
 
Anwendungen Material Kürzel Beschreibung andere wichtige Anwendungen
Matrix Polyesterharz UP Ungesättigte Polyester härten nach Zugabe von Radikalbildnern durch Polymerisation aus. Sie erreichen zusammen mit geeigneten Verstärkungsfasern hohe Festigkeit und Beständigkeit, je nach der Formulierung der Einzelkomponenten. Sie sind die wirschaftlich wichtigsten duroplastischen Kunstharze für Faserverbundwerkstoffe im Bootsbau. Verkehr, Transport, Elektro-, Bau-, Sanitärbereich
  Epoxidharz EP EP-Harze entstehen nach Kombination der Epoxidharze mit Amin-Härtern durch eine Polyreaktion. Ihre Härtung verläuft langsamer als bei UP. Sie erreichen höherer Festigkeit und Wasserbeständigkeit als UP. Sie werden vor allem für Hochleistungsgeräte verwendet. Sportgeräte wie Tennisschläger, Ski, Angelruten, Bindemittel für den Oberflächen-Schutz bei Metallen, für Klebstoffe, Elektro-Vergussmassen
Verstärkungsfaser Aramid AD Aromatische Polyamide werden zu Fasern oder Folien extrem hoher Steifigkeit und Zugfestigkeit verarbeitet. Mit UP und EP werden Faserverbundwerkstoffe mit Zug-I Dehnungsverhalten wie Metalle erreicht bei niedrigerem, spezifischen Gewicht und besseren dynamischen Eigenschaften. Flammschutz-Textilien, schusssichere Westen, Flammschutz-Textilien, Taue
  Kohle, Carbon C Kohlefasern werden aus Polymeren hergestellt und weisen ähnliche Eigenschaften wie AD auf. Sport/Freizeit
Wabenstruktur Aramidfolie, Phenolharz-Papier   Besonders hohe Stabilität und Steifigkeit bei sehr geringem Gewicht. Flugzeugbau
Schaumkern Polyurethan PUR Polyurethanharze werden aus zwei Komponenten durch Polyaddition hergestellt. Sie werden in der Industrie zu Halbzeug verarbeitet, wie Schaumstoffblöcke oder formgebend zum Endprodukt Wärmeisolierung
  Polyacrylat AC Zu den Acrylpolymerisaten gehören Polymere auf der Basis von Acrylsäure und Methacrylsäure; sie zeichnen sich durch Transparenz und Witterungsbeständigkeit aus. Bau, Sanitär, Klebstoffe, Medizintechnik
Klebstoffe Polyurethan PUR s.o.  
  Epoxidharz EP s.o.  
Segel Polyester PES hoch reißfest und haltbar Chemiefasern, Formmassen für technische Teile
  Polyamid PA hohe Festigkeit, lange beständig Automobil, Elektro, Freizeit, Maschinenbau, Verpackung, Medizin
  Aramid AD s.o.  
Taue Polyester PES s.o  
  Polyamid PA s.o.  
  Aramid AD s.o.  
  Polyethylen PE Eigenschaften sind besonders variierbar und erlauben ein weites Einsatzfeld Folien (Verpackung), Vliese, Rohre, Platten, technische Teile
Gleitflächen,
Gleitkörper
Polytetrafluorethylen PTFE die sehr feste Kohlenstoff-Fluorverbindung bewirkt eine außergewöhnlich hohe Beständigkeit, hervorragendes Gleit- und Antihaftverhalten antiadhäsive Beschichtungen, chem. Apparatebau, Elektro-, Flugzeug-, Raumfahrtindustrie
  Polypropylen PP besteht aus Kohlen- und Wasserstoff, vielfältig variierbare Eigenschaften Fasern, med. Artikel, Verpackungen, Verkehr, Transport, Bau, Möbel
Dichtungsmassen Silikonharz   die Hauptkette besteht aus Si- und O-Atomen; man kann Öle, Wachse, Elastomere und Feststoffe herstellen Silikonkautschuk, Klebstoffe, Beschichtungen, Baudichtmasse
elektr. Isoliermassen Polyvinylchlorid PVC Thermoplast, vielfältig einsetzbar Bau, Folien Spielwaren, Medizin
Wärmeisolierung Polyurethan PUR s.o.  
Kleidungstextilien Polyester PES s.o.  
  Polyamid PA s.o.  
  Polytetrafluorethylen PTFE s.o.  
Lacke Polyurethan PUR s.o.  
  Epoxidharze EP s.o.